Selbstständig machen - Das musst Du vorher wissen

Selbstständig machen: Das musst Du vorher wissen

Viele haben den Traum, sich selbstständig zu machen. Du auch? Ich bin seit einigen Jahren nun erfolgreich selbstständig und habe auf meinem Weg viele Erfahrungen gemacht und bei manchen davon hätte ich gerne vorher gewusst, was auf mich zukommt. Diese fünf Dinge solltest Du auf jeden Fall vorher wissen – auch wenn Dir das nur wenige so ehrlich sagen werden.

Willst Du Dich selbstständig machen?

Sich selbstständig machen ist nichts, was mal eben aus einer Schnapslaune heraus passiert – die meisten denken darüber immer wieder nach, tragen den Traum lange mit sich herum. Viele grübeln, wie sie es wohl am besten schaffen könnten und wagen dann erst nach langem hin und her den entscheidenden Schritt. Wie sieht das bei Dir momentan aus? Bist Du noch am überlegen – oder bist Du bereits selbstständig? Egal wie, es ist immer gut, noch einmal genau hinzusehen und sich strukturiert Gedanken zu machen. 

Fünf Dinge, die Du vor der Entscheidung zur Selbstständigkeit wissen musst

Diese fünf Erfahrungen habe ich selbst in den vergangenen Jahren gemacht – und ich habe genau die gleichen Punkte bei anderen Selbstständigen erlebt, mit denen ich gearbeitet habe und denen ich bei ihrem persönlichen Erfolg geholfen habe. 

1. Es gibt kein einfaches Patentrezept!

Die schwerwiegendste Wahrheit direkt am Anfang: Es gibt keinen einfachen Weg und es gibt keine Patentrezepte! Leider versuchen Dir viele das genaue Gegenteil weiszumachen, meistens, weil sie Dir etwas verkaufen wollen. Es gibt unzählige angebliche Erfolgstrainer und Business-Profis, die behaupten, dass es bestimmte Werkzeuge und Rezepte gibt, die man einfach nur anwenden müsse und schon fließt das Geld. Am schlimmsten sind diejenigen, die propagieren, man könnte regelrecht im Schlaf reich werden – passives Einkommen wird das dann genannt. Das gibt es schlicht nicht! Hinter jeder Geschichte einer erfolgreichen Selbstständigkeit steht ein individuelles Konzept, eine ganz eigene Strategie und in fast allen Fällen auch ein schwieriger, steiniger Weg zum Erfolg. Selbstständigkeit bedeutet viel, viel Arbeit! Es gibt keine Abkürzungen. Echter Erfolg kommt nie über Nacht – echter Erfolg braucht Zeit.  

2. Du brauchst einen guten Grund

Bevor Du Dich selbstständig machst, musst Du genau wissen, warum das Du das tun willst. Du musst Dir klar machen, was Dein Antrieb dahinter ist. Dieser muss Dich zu diesem Schritt regelrecht treiben. Das ist extrem entscheidend bei der Frage, ob Du später Erfolg haben wirst, oder eben nicht. 

Lass es mich einmal klar sagen: Sich einfach nur so selbstständig zu machen, ist keine gute Idee. Und auch Verzweiflung, weil vielleicht der bisherige Job in einer Festanstellung nicht mehr so richtig läuft, oder Arbeitslosigkeit droht, ist eine schwierige Startbedingung. Es gibt genügend Beispiele, wo sich trotzdem Leute sehr erfolgreich vor der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit gerettet haben, es macht aber alles nur viel schwieriger. Denn dann ist die Selbstständigkeit nur ein Mittel zum Zweck für Dich, um Geld zu verdienen. Meistens gibt es dazu aber viele andere, deutlich leichtere Möglichkeiten. 

Was sind aber nun gute Gründe? Bei mir war es so: Ich habe eine große Sehnsucht nach Freiheit, will mein eigener Herr sein. Ich will etwas aufbauen und denke fast kontinuierlich darüber nach, was für neue Möglichkeiten und Ideen es gibt, die ich umsetzen kann. Für mich ist die Vorstellung eines festen und sehr vorausschaubaren Jobs ganz gruselig. Ich will mich im wahrsten Sinne des Wortes selbst verwirklichen! Und da kommt gar nichts anderes in Frage, als sich selbstständig zu machen und Unternehmer zu werden. 

Was sind Deine Gründe?

3. Du musst genau wissen, mit was Du Dich selbstständig machen willst

Den Drang zu haben, sich unbedingt selbstständig machen zu wollen, heißt noch lange nicht, zu wissen, was man dann eigentlich genau tun will. Du musst die folgende Frage glasklar beantworten können: Was ist Dein Angebot, was ist Dein Produkt? 

Auch hier werden oft falsche Eindrücke vermittelt. Die Werkzeuge, mit denen man sich selbstständig machen kann, sind für viele offensichtlich wichtiger, als der eigentliche Inhalt der Selbstständigkeit. Aber wie willst Du den Menschen etwas verkaufen, wenn Du nicht weißt, was das eigentlich sein soll? Und wenn wie soll das gehen, wenn Du in Deinem Angebot nicht richtig gut bist?

Das bedeutet übrigens nicht, dass das etwas statisches sein muss. Für mich liegt die Faszination der Selbstständigkeit ja gerade darin, frei zu sein, mich jeder Zeit umorientieren zu können. Und das habe ich auch schon oft gemacht! Eine Weile habe ich meine Leidenschaft für Fotografie genutzt und als Fotograf gearbeitet, ich habe Firmen, Organisationen und Politiker beraten und vieles mehr. Momentan baue ich mein Engagement in Nordamerika stark aus – und bin gespannt, wohin mich mein Weg noch führen wird. Aber ich wusste zu jeder Zeit, was ich konkret und genau in diesem Moment anbieten will und kann. 

4. Vor Dir wird eine Zeit voller Angst und Ungewissheit liegen!

Das Internet ist voll von unglaublichen Erfolgsgeschichten. Von Leuten, die in ihren YouTube-Videos in irgendwelchen teuren Autos vorfahren und mit ihrer Rolex prahlen – und dann behaupten, dass das alles so über Nacht gekommen sei. Sorry, das ist großer Bullshit! Ich muss das Wort einfach verwenden, denn genau das trifft es am besten. Worüber die wenigsten gerne sprechen: Wenn Du Dich selbstständig machst, warten viele, viele Nächte auf Dich, in denen Du wach liegst und grübelst. Auf Dich wartet eine Zeit voller Angst und Ungewissheit. Du wirst Dich ständig fragen, ob Deine Pläne wohl funktionieren – und ob Du auch kommenden Monat Deine Rechnungen bezahlen kannst? Es wird viele Momente geben, in denen Du scheiterst! Du wirst am Anfang mehr Misserfolg als Erfolg haben. Und ja, es wird auch die Monate geben, in denen Du dann eben Deine Rechnungen wirklich nicht mehr bezahlen kannst. 

Im Verlauf der Zeit wird das besser. Je länger Du erfolgreich arbeitest, desto mehr wirst Du das Gefühl von Sicherheit zurückbekommen, was Dir vorher völlig abhanden gekommen war. Aber es wird nie komplett weggehen – es gibt eben keine Selbstverständlichkeit mehr, dass am Monatsende Geld auf Deinem Konto eingeht. Dieses Geld musst Du Dir jeden einzelnen Monat neu erarbeiten. Glaub mir, davon wirst Du geprägt werden und es wird ein Teil von Dir selbst sein. Spätestens jetzt sollte Dir klar sein, dass Dein Grund, sich selbstständig zu machen, verdammt gut sein muss. Denn sonst ist es umso schwerer, dies auszuhalten! 

5. Niemand hat auf Dich gewartet – und Du wirst wenig Unterstützung bekommen!

Diese Lektion habe ich hart lernen müssen. Ich habe viele Projekte begonnen und mit viel Herzblut Konzepte erstellt und Produkte konzipiert. Liebevoll gebaute  Angebots- und Webseiten habe ich publiziert und dann aufgeregt gewartet, wann denn endlich die ersten begeisterten Anfragen eingehen. Nur: Da kam nichts! Denn niemand hatte auf mich und meine Angebote gewartet. Gerade die ersten Kunden musst Du Dir hart erarbeiten und wirst dabei viele Rückschläge erfahren und auf viel, viel Desinteresse stoßen (übrigens, es ist völlig egal, wie vielversprechend scheinbar die Marktlücke vorher aussah). 

Und was dann noch bitterer ist: Auch Freunde und bisherige Kollegen werden Dir zwar immer viel Glück wünschen und Dir auch ihre Unterstützung zusichern – davon wird aber wenig bei Dir ankommen. Das ist meistens gar nicht bösartig gemeint, aber Du bist bei ihnen einfach nicht so nachhaltig präsent im Kopf, dass sie immer dann an Dich denken, wenn sie Dir vielleicht etwas Gutes tun könnten – und Dich vermitteln, engagieren oder empfehlen könnten. Du wirst so manches mal frustriert denken: Hey, warum hast Du da nicht an mich gedacht? Warum hast Du mir nicht diesen Auftrag vermittelt, ich hätte den echt gut brauchen können!

Wenn Du Dich selbstständig machen willst, muss Dir eines klar sein: Deinen Erfolg musst Du Dir ganz allein erkämpfen. Es hängt dann ab jetzt alles nur von Dir und Deiner Leistung ab – und nicht von der Hilfe oder den Gefallen anderer. Du wirst härter aber auch viel selbstbewusster werden, wenn Du es geschafft hast. Aber Du wirst auch viel weniger Verständnis für alle diejenigen haben, die eine Abkürzung gehen wollen. Denn Du hast Dir Deinen Erfolg selbst erarbeitet!

Fazit: Selbstständig machen will gut überlegt sein!

Es will also gut überlegt sein, sich selbstständig zu machen. Wenn Du bei allen fünf Punkten nickst und sagst: Ja, damit kann ich gut umgehen und klar, ich weiß auf Deine Fragen eine gute Antwort – dann bist Du der ideale Kandidat. Für alle anderen wird der Weg eben schwieriger und der Erfolg muss umso härter erarbeitet werden.

Ich finde aber: Es lohnt sich! Ich würde nie wieder in einer Festanstellung arbeiten wollen. Ich will mein eigener Chef sein und für mich selbst verantwortlich sein. Die Freiheit, sich ständig weiterzuentwickeln, immer wieder etwas neues auszuprobieren und neue Wege zu gehen ist für mich ein unglaubliches Gefühl. Dafür nehme ich die schwierigen Seiten gerne in Kauf!

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