Fotobox selber bauen – Anleitung

Willst Du eine Fotobox selber bauen? Klasse! Eine sogenannte Photo Booth selber bauen ist garnicht schwer und hier bekommst Du eine Anleitung zum Bau Deiner eigenen Fotobox. Die Fotobox ist auf Partys, Hochzeiten und Veranstaltungen eine richtig tolle Sache. Mit ihr  können sich Gäste selbst fotografieren – und meistens kommen dabei die witzigsten Fotos überhaupt heraus. Als Hochzeitsfotograf muss man eine Photo Booth eigentlich auf jeden Fall anbieten, viele Brautpaare fragen hier ganz gezielt danach. Eine Fotobox und eine Photo Booth ist übrigens das gleiche, sie sind eben unter beiden Namen bekannt. Die Fotoboxen gibt es in allen möglichen Ausstattungsvarianten, mit und ohne Drucker, mit Onlineanbindung, mit eingebautem Blitz und ohne. Und man kann sie bei diversen Anbietern für viel Geld kaufen. Ich habe mir eine solche Fotobox lieber selbst gebaut!

Anforderungen beim Bau meiner Fotobox

Meine Anforderungen an meine Photo Booth waren folgende: Ich wollte eine kompakte Box ohne Drucker. Sie sollte eine möglichst einfache Bedienung haben und wenig Materialaufwand und Kosten verursachen. Fotos auszudrucken ist eine nette Spielerei, brauche ich persönlich aber eher weniger. Am besten erfüllt dies alles eine Lösung, die auf ein Tablet PC mit entsprechender App zurückgreift. Da ich noch ein älteres iPad hatte, habe ich dieses genutzt. Es gibt natürlich auch jede Menge Android Tablets oder Windows Geräte.



Meine Fotobox im Rohbau

Beginnen wir mit dem Bau der eigentlichen Box! Die entsprechende Technik folgt weiter unten. Ich habe mich dazu entschieden, eine Fotobox aus Holz zu bauen. Das ist für mich als Hobbyheimwerker einfach am einfachsten. Materialien wie Plastik oder gar Metall erfordern ein ganz anderes Können und andere Werkzeuge. Deshalb ging es erstmal ab in den Baumarkt!

Fotobox selber bauen - Die Photo Booth Grundzutaten

Das sind die (nicht-technischen) Grundzutaten für meine Photo Booth: Sperrholz-Platten, Schrauben, Leisten, ein Schloss, Scharniere, weisser Lack mit Pinselrolle, Leim und eine Lochsäge für die Bohrmaschine. Hier habe ich darauf geachtet, dass der Umfang möglichst eng um das Objektiv ist.

Bauteile der Fotobox müssen gut geplant werden

Wichtig ist, sich alle Maße vorher genau auszurechnen und aufzuzeichnen. Ich kann Euch hier keine Maße zur Verfügung stellen, da sie für jede Anwendung anders sind. Sie hängen z.B. davon ab, wie dick das Sperrholz ist und wie groß und wie hoch das Objektiv, die Kamera und wie groß der verwendete Tablet-PC ist. Meine Box hat eine Grundfläche von 35×30 Zentimetern und ist 35 Zentimeter hoch. Das musst Du einfach selbst Dir einmal genau aufzeichnen und ausrechnen. Dann musst Du Dir überlegen, wo auf der Frontplatte das Loch für die Kamera und der Ausschnitt für das Display des Tablets sein soll. Die Kamera ist am besten über dem Display – sonst hast Du auch im Innenraum nicht genügend platz. Miss das genau aus und zeichne die Ausschnitte auf die Platte auf.

Mit einer Lochsäge bohre ich das Kameraloch der Fotobox

Nachdem ich die einzelnen Platten bereits im Baumarkt exakt zuschneiden lassen hatte, ging es an das Loch für die Kamera. Der Umgang mit der Lochsäge ist garnicht so einfach. Eine Lochsäge ist eine Bohrmaschine, auf die vorne ein kreisrundes Sägeblatt aufgesetzt wird. Es empfiehlt sich hier, den Bohrer in einen Bohrständer zu setzen und nicht aus der freien Hand zu bohren. Sonst kann die Säge leicht verkannten. Wenn Du eine ruhige Hand hast, geht es aber auch so. Nicht jeder hat ja ein solches Stativ für die Bohrmaschine. In manchen Baumärkten kann man das auch machen lassen. Der Aufsatz für die Lochsäge ist übrigens garnicht teuer! Ich empfehle hier den 7-teiligen Lochsägen Satz von Wolfscraft. Er kostet gerade einmal um die acht Euro und es sind sieben verschiedene Lochgrößen mit dabei.

Photo Booth selber bauen

Jetzt musst Du den Ausschnitt für das Display des Tablets ausschneiden.  Genauso erfordert auch der Umgang mit der Stichsäge ein bisschen Übung, wenn Ihr hier schludert, wird das Ergebnis sehr unansehnlich. Am besten übst Du sowohl mit der Lochsäge als auch mit der Stichsäge vorher an einem anderen Stück Holz!

Fotobox selber bauen - Die Frontplatte der Photo Booth

So sieht dann das Ergebnis aus, wenn alles gut geht! 🙂

Das Innenleben der neuen Fotobox

Wichtig ist es, die ganzen „Inneneinrichtungen“ der Photo Booth möglichst zu montieren, bevor die Kiste zusammengesetzt wird. Hier sehr ihr meine Lösung zur Befestigung der Kamera: Eine einfache Lochplatte aus dem Baumarkt, die auf einem Holzklotz montiert ist und in dieser eine Kameraschraube sitzt. Günstig und praktisch – man muss hier nicht teure Lösungen aus dem Kamerafachhandel kaufen.

Halterung für die Kamera der Photobox

Fotobox selber bauen

Das iPad wird mit dieser Lösung sicher in der Photo Booth gehalten: Zwei Winkelleisten aus Holz, die untere wird von einer weiteren Holzleiste stabilisiert. Hier ist es wichtig, dass das iPad möglichst stramm sitzt, damit es nicht von aussen verschoben werden kann. Dafür habe ich einfach zwei Filzstreifen in die Winkelleisten geleimt. So verkratzt auch das iPad nicht. Am Ende sitzt eine kurze Holzleiste, die einen immer gleichen Sitz des iPads gewährleistet.

Fotobox fast fertig!

Sehr gut fand ich die Idee, die ich mehrfach im Internet gesehen habe, ein zusätzliches Fach einzubauen, in dem Zubehör, Kabel und anderes gelagert werden können.

Anschließend wird die Tür montiert und die Kiste weiß lackiert und fertig ist die Box!



Das Innenleben der Photo Booth – die Fotobox braucht Technik

Fotobox selber bauen - Inneneinrichtung der Photo Booth mit Kameratechnik

Als Technik verwende ich folgendes Paket: 

  • Nikon D7000 – mit 18-105 Kit Objektiv – hier funktioniert aber natürlich jede andere Spiegelreflexkamera auch, wie z.B. die Nikon D3200 oder die Canon EOS 1300D.
  • Yongnuo Fernauslöser – diesen Auslöser gibt es für verschiedene Kameramodelle
  • iPad mit der App ShutterSnitch – diese App hat einen großen Funktionsumfang, erlaubt sogar das zeitgleiche Versenden, wenn das iPad im Internet ist, man kann das iPad sperren, etc.
  • Eine Wifi-SD Karte. Diese überträgt per WLAN die Fotos direkt an das iPad. Es gibt inzwischen auch andere Lösungen. Eine mögliche Karte ist z.B. die Toshiba FlashAir.
  • Netzteil für iPad und Kamera – so bin ich unabhängig von Akku-Laufzeiten und muss während einer Veranstaltung nicht den Akku-Stand kontrollieren.
  • Als Blitz empfehle ich den Elinchrom D-Lite RX One. Das ist ein extrem kompakter und günstiger Studioblitz. Mit dem Skyport Transmitter wird er zum Funkblitz.

 

Kameraeinstellungen für die Fotobox

Ja, ich nutze für die Photo Booth den Autofokus der Kamera. Dies wird von manchen abgelehnt, weil angeblich ungenau und langsam. Aber es hat große Vorteile: Meistens stellen sich die Leute – trotz Markierung – nicht da hin, wo der Fotograf sie gerne hätte. Mal weiter weg, mal direkt vor der Linse. So entstehen die unterschiedlichsten Fotos und der Spaß ist größer. Ich stelle die Kamera daher auf Autofokus bei Blende 8 und 1/125 Sek. Belichtungszeit und ISO 1200. An diese Werte passe ich die Leistung des Blitzes je nach Umgebungslicht an. Die recht hohe ISO-Zahl nehme ich, damit der Blitz entlastet wird und nicht immer voll feuern muss. Ich verzichte inzwischen immer mehr auf zusätzliche Reflektoren für den Blitz – meistens ist es in den Locations möglich, den Blitz einfach gegen die Wand hinter der Box zu richten. Die dient dann als riesiger Reflektor. Wenn dies nicht möglich ist, nutze ich einen Fotoschirm.

 Mein Fazit: Eine Fotobox selber bauen lohnt sich!

Für mich hat es sich gelohnt, selbst anzupacken und eine Photo Booth selbst zu bauen. Inzwischen war sie auf unzähligen Hochzeiten, bei denen ich als Hochzeitsfotograf engagiert war, um Einsatz und die Gäste hatten großen Spaß damit. Ich werde meine Box aber weiter entwickeln und Euch hier bestimmt auf dem Laufenden halten!

Fotobox selber bauen - Die neue Photo Booth im Einsatz

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15 thoughts on “Fotobox selber bauen – Anleitung”

  1. Pingback: Photobooth selber bauen - so gehts! - Benjamin Neske

    1. Hey 🙂 danke Dir! Habe mich gleich mal mit einem Kommentar bei Dir revanchiert… Deine Box macht ja auch gute Fortschritte!

  2. Hi! Toller Beitrag! Danke! Mit dem gleichen Equipment sind wir gerade dabei eine Box zu bauen, leider brüten wir gerade über die Technik! Das Problem ist ein Verbindungsabriss nach kürzester Zeit, was auf ner Hochzeit natürlich tödlich ist! Kann ja nicht jedes Mal jemand eingreifen und die App neu starten! Hattest du das Problem auch, oder sonst irgendwelche Tipps für uns? Sind schon echt am verzweifeln!!! LG aus dem Emsland anja

  3. Guter Tip mit der WiFi Karte von Transcend. Das habe ich in der Form nicht gewusst. Habe schon eine EyeFi Karte und damit natürlich das Problem dass ich nur die Verbindung zum iPad habe und nicht darüber hinaus noch eine Verbindung auf die Dropbox einrichten kann. Zudem finde ich die Datenübertragung von Karte zum iPad echt schleppend. Selbst bei geringerer Auflösung ist das nicht zufriedenstellend.
    – Wie schnell überträgt denn die Transcend so im Schnitt, kannst Du mal bitte prüfen?

    VG Michael

  4. Man kann sich aber auf dem Bildschirm/iPad nicht sehen oder? Also bei einer richtigen Fotobox sieht man sich ja im Bildschirm und macht dann das Foto. Geht das mit der Shuttersnitch App?
    Bei der Transcend Karte ist ja eine App „dabei“, was kann denn die Shuttersnitch mehr? Kostet immerhin knapp 20 € ..
    Hoffe du kannst mir helfen!

    Danke!

  5. Hi,

    schöner Beitrag.
    Werden die Fotos sofort auf das Ipad übertragen, so dass man die gleich sehen kann?
    Habe es mit Eyefi probiert und die Übertragung ans Tablet hat ewig gedauert.
    Zudem war das Programm dazu echt bescheiden.
    Ist das mit Shutter Snitch besser? So das man sich danach direkt in groß das Bild ansehen kann ohne etwas drücken zu müssen?
    Die Übertragung geht schnell mit der Transcendend Karte?

    Vielen Dank für die Antworten.

  6. Hi, coole Fotobox hast du da! Ich hätte mal eine Frage zum aufstellen der Box! In welcher Höhe befindet sich die Linse wenn es aufgebaut ist? Gruß Jens

  7. Hallo,

    wir möchten eine Fotobox für Kunden Events in einen Renault Trafic einbauen, wer kann uns dabei behilflich sein oder den kompletten Einbau durchführen gegen Bezahlung natürlich bitte meldet euch ist dringend.

    Vielen Dank für ein Feedback

    Ralf Rehm

  8. Finde deine umsetzung super. Hab auch schon überlegt eine zu bauen, hatte überlegt von sony die dsc-qx10 dafür zu benutzen. Meinst du das klappt? Weiß da noch keine lösung für den fernauslöser, oder man müsste es mit dem timer regeln

  9. Dazu hätte ich auch mal eine Frage. 😉

    Wir sind auch gerade dabei für einen Freund eine Fotobox zu bauen.

    Wir haben folgendes Equipment:

    – Canon EOS 1100D mit 18mm Objektiv
    – Yongnuo RF-603/C1 Funkauslöser für Buzzer (einmal auf Kamera, einmal in Buzzer)
    – Studioblitz Jinbei Digital Pioneer III 300
    – Jinbei Deep Parabol Softbox 120 cm
    – Jinbei TRS-V Fernsteuerung zum Auslösen des Studioblitz

    Folgendes Problem:

    Wenn man den Buzzer auslöst, verzögert der Blitz das erste Mal. Wenn man im Anschluss den Blitz auslöst – funktioniert es einwandfrei.

    Hat man dann beispielsweise 3 Minuten kein Bild gemacht, und löst wieder den Buzzer aus, verzögert der Blitz wieder.

    Kann uns jemand bei diesem Problem helfen?

    Viele Grüße

  10. Hallo Zusammen,
    Auch ich habe demletzt meinen Traum umgesetzt und mir eine eigene Fotobox gezimmert. Am meisten Probleme hatte ich in Sachen kompatibilität und Bauteile. Ich habe nun auch dazu eine Website gebaut, auf der Leute, die im Begriff sind eine Fotobox zu bauen sich informieren können. Auch habe ich meine Bauteile hier zu einer Art Einkaufszettel aufbereitet. Wenn du Zeit hast, schau doch mal vorbei und sag mir deine Meinung 🙂
    http://www.fotobox-bauen.com

  11. Hallo,
    vielen Dank für deine tolle Anleitung. Eine Frage habe ich allerdings noch. Gibt es eine Möglichkeit den Blitz und die Kamera zeitgleich mit einem Auslöser auszulösen oder benötigt man zwei Auslöser? Danke und LG lissi

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